PRESS ARCHIVE
Kreise

Arvo Pärt:
 Cantus in memoriam Benjamin Britten
Karl Amadeus Hartmann: 
Concerto Funèbre
Dmitri Schostakovich: 
Symphony No. 14
April 2011, 8pm, Konzerthaus Berlin, Kleiner Saal

conductor: Jürgen Bruns
violin: Kolja Blacher
soprano: Claudia Barainsky
bass: Anton Keremidtchiev

PURE PASSION: CHAMBER SYMPHONY IN THE KONZERTHAUS

“I will die, in order to live” - Schostakovich wouldn't have known what to make of this motto from “Music with Mahler” in the Konzerthaus. To the soviet composer, who had to endure the devastation of war and Stalin's oppressive rule, death meant the “absolute end.” Thus his  Symphony No. 14 as interpreted by the Chamber Symphony Berlin under Jürgen Bruns remains pure passion, a “song from the earth”  that is more bitter and irreconcilable than Gustav Mahler's oeuvre of the same name. Bruns brings out this aspect with clarity, inspires his orchestra to intensity of the highest order.
This is evident in the shrill laughter of the xylophone, when Claudia Barainsky and Anton Keremidchiev breathlessly scan the dialogue between the lascivious bishop and the lorelei, condemned to be a witch. Next to the grotesque, which is at its shocking  climax in “death is eminent” (Rilke), stands lyricism of oppressing beauty – the mourning strings over Puschkin's friend Delwig, the scant lines of violins and basses in “De profundis” (Garcia Lorca): “One hundred means lovers shall sleep forever.”
Just like both singers demonstrate a dramatic clarity, the violinist Kolja Blacher also proves to be a fabulous soloist. The “Concerto Funebre” of Karl Amadeus Hartmann is filled with expressive tension; in this more  complicated and penetrating music Blacher partakes in elastic dialogues with the orchestra. The Chamber Symphony presents sonic delicacies at the beginning of the program with Arvo Pärt's “Cantus,” in which a fine web of strings is punctuated by warning strikes of the bells.
Isabel Herzfeld, tagesspiegel.de/kultur/kurz-und-kritisch, 22-04-2011

J.S. Bach/Ernst Toch: Präludium und Fuge (aus der Solosonate Nr. 3, transkribiert für Streichorchester)

Ernst Toch: Sinfonietta für Streicher op. 96

Ernst Toch: W.A. Mozarts Variationen über „Unser dummer Pöbel meint“ (KV 455) transkribiert für Klavier und Orchester, 1933

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Sinfonie Nr. 4 („Italienische“)

Februar 2011, Philharmonie Berlin, Kammermusiksaal

HABT EINFÄLLE: DIE KAMMERSYMPHONIE SPIELT ERNST TOCH

Seit einigen Jahren erinnert der Konzertbetrieb in spezialisierten Programmreihen an Komponisten, die während des Nationalsozialismus ermordet oder ins Exil getrieben wurden. Das ist wichtig – aber groß ist auch die Gefahr, die Künstler damit in eine andere Art von Ghetto zu stecken. Indem man sie nämlich nicht auf ihren musikgeschichtlichen Rang hin untersucht, sondern nur biografisch betrachtet und sich damit begnügt, ihnen die Marke „verfolgt“ aufzukleben. Die Kammersymphonie Berlin dagegen, die seit ihrer Gründung vor 20 Jahren mit origineller Programmgestaltung punktet, geht in ihrem Jubiläumskonzert einen anderen Weg.
Im Kammermusiksaal wird Ernst Toch, der 1932 emigrierte und deshalb ein Alterswerk schaffen konnte, als Antipode zur Darmstädter Schule präsentiert. In Tochs 1964 entstandener Sinfonietta und in seinen Bearbeitungen von Bachs dritter Violin-Solosonate und Mozarts Variationen für Klavier und Orchester KV 455 sucht man vergeblich verborgene Reihen, Zahlenbeziehungen oder Intervallverhältnisse. Toch glaubte an den „Einfall“ im romantischen Sinne, an die Inspiration. Das galt sicher auch für Felix Mendelssohn Bartholdy, zu dem er im zweiten Teil des Programms in Beziehung gesetzt wird.
Es ist eine leise, wie von Goldfäden durchzogene Intensität, mit der das Ensemble unter seinem Gründer Jürgen Bruns Tochs spätklassizistische Formensprache aufgreift. Eine Ästhetik, wie sie sich in den Ecksätzen von Mendelssohns Italienischer Symphonie, aber auch – mit dem harten Zugriff der Solistin Tatjana Blome – bei den Mozart- Variationen angekündigt hat. Am Ostersonntag legen die Kammersymphoniker nach: mit einem Programm, das von Bach über Vivaldi, Mozart und Liszt bis zu Respighi 300 Jahre Musikgeschichte durchmisst.
Udo Badelt, tagesspiegel.de/kultur/kurz-und-kritisch, 28.02.2011

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Sinfonie Nr. 12 in g-moll
Lars-Erik Larsson: Saxophonkonzert
Walter Braunfels: Symphonie für Streicher
Januar 2009, Philharmonie Berlin, Kammermusiksaal

Es spricht für das Orchester und die Plattenfirma, dass die Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns im Jahr 2008 erneut eine CD bei der Deutschen Grammophon (Universal) herausbringen konnte. Das Traditionslabel mit dem gelben Markenschild (...) lässt auch sperrigere Produktionen zu wie jene der Kammersymphonie mit Bühnenmusik von Kurt Hessenberg aus dem Jahr 1938 oder dem Saxofonkonzert des Schweden Lars-Erik Larsson von 1934. Andererseits hat die Kammersymphonie Berlin mit ihrem Mut zu ungewöhnlichem Repertoire und mit ihrer gestalterischen Hingabe längst Anerkennung und einen Kreis von kundigen Liebhabern gefunden: Beim Konzert am Sonntag im Kammermusiksaal der Philharmonie konnte man die einstige Politikerin Antje Vollmer, den Bariton Roman Trekel und den Intendanten der Komischen Oper Andreas Homoki im Publikum ausmachen.
Larssons Stück mit dem bewundernswert "höhentauglichen" Solisten Frank Lunte (der aber auch in der Tiefe gezielt knurren konnte) stand auf dem Programm sowie weitere Musik, die in Deutschland einst aus verschiedenen Gründen verdrängt war: eine frühe Streichersinfonie in g-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy und die Sinfonie für Streicher fis-Moll op. 63a von Walter Braunfels. Mendelssohns und Braunfels' Musik wurde in der Nazi-Zeit als "jüdisch" verfemt, das Saxofon als Instrument der "Negermusik" geschmäht.
Dem Rassismus folgte ab 1945 die ideologisch-ästhetische Verdrängung: Mendelssohn, Larsson und Braunfels galten als Klassizisten und Konservative, denen die Fortschrittspartei in Darmstadt, Köln und Frankfurt/Main am liebsten weder Aug' noch Ohr gönnen wollte. Jemanden wie Walter Braunfels hat das seelisch tief verletzt. Seine Sinfonie fis-Moll, auf ein 1944/45 in der inneren Emigration am Bodensee entstandenes Streichquintett zurückgehend und von Frithjof Haas orchestriert, legt es eben nicht auf den stilistischen Bruch an. Das Stück schreibt musikalische Sprachzusammenhänge fort, bewahrt auf kreative Weise die Zugänglichkeit von Traditionen, lebt in einer Kontinuität mit der Kammermusik Beethovens (besonders deutlich mit dessen "Geistertrio" op. 70 Nr. 1) und der Sinfonik Bruckners. Besonders rührend ist der Finalsatz mit seinen Anklängen an osteuropäische Folklore: Beschworen wird damit nicht nur die durch die NS-Zeit eigentlich tief korrumpierte Idee eines "guten Volkes" als Quelle und Adressat von Kunst; es wird zugleich daran erinnert, wie frei von Rassenwahn sich deutsche Musik einmal bei Haydn, Beethoven, Schubert und Brahms in ähnlicher Weise der Folklore bedient hat.
Nach der sensiblen Aufführung durch die Kammersymphonie Berlin, die nach sensationsfernen, verinnerlichten Gebärden suchte, wünscht man sich auch davon bald eine CD mit ihr.
Jan Brachmann, Berliner Zeitung, 13. Januar 2009

 

Nach einer Einspielübung mit der Sinfonie Nr. 12 g- Moll des 200-jährigen Geburtstagskindes Felix Mendelssohn Bartholdy, ließ die Berliner Kammersymphonie quasi im Nachgang zum 100. Geburtstag von Lars-Erik Larsson (1908–1986) dessen Konzert für Saxophon und Streichorchester op. 14 erklingen, ein Werk, das Dirigent Jürgen Bruns mit dem Ensemble im Vorjahr auch für CD eingespielt hat. Hier wie dort exerzierte Frank Lunte den exzessiven Solopart des Altsaxophons in der frei tonalen, sich aber letztlich doch auf tonal sicheres Terrain zurückbegebenden Komposition des schwedischen Alban Berg-Schülers.
Den zweiten Teil des Konzerts aber bildete Braunfels’ weiträumig ausgiebige Komposition. (...) Braunfels’ kompositorische Konzentrationsübung ohne jede Aussicht auf eine Aufführung erwacht unter Jürgen Bruns’ Leitung zu einem quirligen Bild dramatisch plastischer Miniaturen. (...) Das auf solche Weise zur Sinfonie und damit auch äußerlich zur größeren Form erweiterte Streichquintett von Walter Braunfels erweist sich als ein vielschichtig stimmungsvolles Bild aus der Seele eines zum Schweigen verurteilen Komponisten.
Peter P. Pachl, neue musikzeitung online, 12. Januar 2009

 

Das Orchester [spielt] nach der Pause Walter Braunfels’ Streichersymphonie op. 63 so, als ob alles bis dahin Erklungene nur Prélude war. Jürgen Bruns [formt] (...) Klänge und erzeugt mitreißende Kontraste zwischen klagender Polyphonie im zweiten und zornig-tänzerischen Kollektiven im dritten Satz.
Daniel Wixforth, Der Tagesspiegel, 13. Januar 2009

Hugo Wolf: "Verschwiegene Liebe"
Franz Schreker: "Kammersymphonie"
Othmar Schoeck: "Elegie für Stimme und Kammer-orchester"
November 2007, Konzerthaus Berlin

Es war ein liebevoll aufeinander abgestimmtes Programm, das mit Hugo Wolfs hier quasi als Abend-Prolog dienendem Lied „Verschwiegene Liebe“ in der Orchestrierung Franz Schrekers begann, dessen zumindest in Kennerkreisen berühmter Kammersinfonie der gleich folgende Teil des Abends gewidmet war.
Anders als hinterher bei Schoeck ist Schrekers Klang, bei allen Rissen, bei aller ich möchte sagen: Traumhaftigkeit der Faktur, ein letztlich gesicherter, der mit äußerster Raffinesse instrumentiert ist und von Bruns und der Kammersymphonie Berlin den Charakter eines aktiven Traumspieles bekommt: hochnervös, ja erregt, doch schon, celestabegleitet, immer auch erschlafft. So sinkt einer aus dem Träumen in den Halbschlaf. Jedes der 23 Instrumente glüht oder glänzt; um wirklich mitzubekommen, was hier geschieht, muß man die Augen schließen. Dann wirkt es direkt aufs zentrale Nervensystem. Da es Druck zu Hochglanz nicht gab, konnten die feinen Adern der Partitur sinnlich werden und wurden in dem manchmal nah am Kitsch atmenden Zwanziger-Jahre-Klang ausgesprochen plastisch. (...) Anders nun, ganz anders Othmar Schoecks erster Liederzyklus aus den Jahren 1921 und 1923. (...) Ich war völlig erstaunt von der Dramatik, ja Dramaturgität dieses Zyklus': wie einem wirklich die Bilder entstehen, wie wirklich eine konkrete Abfolge entsteht, obwohl die zugrundeliegenden Gedichte narrativ nicht zusammenhängen. Das lag zum einen an der Liebe, die das Kammerensemble dieser, jedenfalls in Deutschland, kaum je aufgeführten Musik entgegenbrachte.... völlig bewußt um die Mikrostrukturen - man höre sich nur die Flötenführung in „Welke Rose“ an -, sich bewußt auch des manchmal etwas biederen, hausbackenen, ich möchte sagen: deutschschwyzer Klanges - den die Musik aber gerade, um ihn zu brechen, braucht.
albannikolaiherbst, weblog: POETIKzurMUSIK, 29. November 2007

Felix Mendelssohn Bartholdy:
Konzertouvertüre "Die Hebriden"
Edvard Grieg: Klavierkonzert a-moll
Atle Halstensen: "The Evolving European"
Harald Saeverud: "Lucretia-Suite"
September 2007, Musikfestival Usedom

The intelligent programming that characterises the festival was evident in Saturday night’s opening concert. Grieg’s oh-so-famous piano concerto could be horribly hackneyed. But not in the hands of the young Norwegian pianist Sigurd Slattebrekk, a refined and thoughtful performer who has spent long enough with Grieg’s own neglected recordings to be able to offer any number of surprising insights. Slattebrekk has just the right combination of introspection and charm to bring dignity to this music, coupled with a clean lack of sentimentality, a polished technique and an occasionally startling imagination. His playing is a treat.
Berlin’s well-matched Kammersymphonie and conductor Jürgen Bruns opened the concert in pretty Heringsdorf’s unprepossessing Kursaal with a brisk yet well- structured account of Mendelssohn’s “Hebrides” overture, somewhat hampered by the dry acoustics. This mattered less in the Grieg concerto, where the interpretation won over the circumstances, and less again after the interval.
Here Harald Saeverud’s 1936 “Lucretia” suite provided an intriguing look at the clear, pictorial skills of a seminal Norwegian composer less well-known abroad than Grieg, and the world premiere of the chamber orchestra version of Atle Halstensen’s up-beat cinematic The Evolving European offered a garish glimpse of what is happening on the electronic end of the country’s new music spectrum, with live mixing and a range of cityscape special effects spicing up a largely melodic score.
Shirley Apthorp, The Financial Times, 26 September 2007


Die Konzert-Ouvertüre „Die Hebriden“ des heitersten aller deutscher Romantiker eröffnete am Sonnabend das Norwegen-Programm des Usedomer Musikfestivals (...) Die Kammersymphonie Berlin unter Leitung des gebürtigen Greifswalders Jürgen Bruns legte das naturromantische Potenzial der musikalischen farbreichen Landschaftsmalerei frei. Das gelang in einer Art des „Heranzoomens“ der Tiefenstruktur der Musik.
Sigurd Slåttebrekk (...) nahm sich Griegs als „Reißer“ geläufiges a-Moll-Klavierkonzert op. 16 vor [und] holte er mit großer Klarheit die lyrischen Kontraste der träumerischen Phrasen mit Staccati und Legato-Bögen ins Bewusstsein des Publikums. (...) Bruns gelang, dass sich bei aller melancholischen Überfärbung jede Orchesterstimme mühelos verfolgen ließ. Die fünf Sätze [von Harald Saeveruds symphonisch-dramatischer Suite „Lucretia“] erzählen das Schicksal der römischen Sagengestalt, das man als durchscheinendes Skelett eines Dramas erlebt. Dass die enorme musikalische Reduktion dennoch als Panorama tiefer Empfindungen erlebbar war, ist der Kammersymphonie Berlin zu verdanken. Das auf den Zugriff solcher Werke der Moderne spezialisierte Orchester machte das Saeverud-Ereignis erst möglich. (...) Ein gelungener Festivalauftakt, den das Publikum mit begeisterndem Beifall begleitete.
Detlef Stapf, Nordkurier, 24. September 2007


Das Eröffnungskonzert in Heringsdorf zeigte diese Bandbreite: Es begann mit der Konzert-Ouvertüre „Die Hebriden“ von Felix-Mendelssohn-Bartholdy. Die Berliner Kammersymphonie musizierte unter der Leitung von Jürgen Bruns ebenso brillant und präzise wie auch im anschließenden Klavierkonzert a-moll von Grieg gemeinsam mit dem „artist in residence“ Sigurd Slattebrekk. Verblüffend waren hier nicht nur die Kadenzen und Interpretationen des norwegischen Star-Pianisten, sondern auch das rhythmisch und stimmlich tadellose Zusammenspiel von Solist und Orchester.
M. Kowalzyck, Ostseezeitung, 24. September 2007

Edward Grieg: "Zwei elegische Melodien"
W.A.Mozart: "Eine kleine Nachtmusik"
P.I. Tschaikowski: "Sechs Stücke" (aus dem Kinderalbum)
Benjamin Britten: "Simple Symphonie"
Dezember 2003,Schlosstheater Rheinsberg

Dem Dirigenten Jürgen Bruns, Förderpreisträger der Musikakademie 2002, gelang es, seine Zuschauer durch einige spritzige Bemerkungen und nicht zuletzt durch seine Orchester- und Kammermusiker in den Bann zu ziehen. (...) Bruns verstand es, mit Ausschnitten aus Tchaikovskys Kinderalbum das Publikum in seine Kindheit zurückzuversetzen. Spätestens beim vermutlich bekanntesten Werk des Nachmittags, Mozarts kleine Nachtmusik, dürften nicht nur die Liebhaber klassischer Musik ins Träumen und Schwärmen gekommen sein. So war es auch nicht verwunderlich, dass jemand während der zahlreichen Beifallsstürme ein lautes Bravo ertönen ließ.
Ruppiner Anzeiger, 2.1.2004

Anton Safronov:    "Chronos - Träume" (UA)
Franz Schreker: "Der Geburtstag der Infantin"(EA)
Pfingstwerkstatt, "Neue Musik 2003",
Musikakademie Schloss Rheinsberg

Großer Jubel brach bei der Premiere am Pfingstsonntag für eine starke Leistung des Ensembles, von Gastchoreographin Birgit Scherzer und der Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns los. Eine deutsche Erstaufführung 95 Jahre nach der ersten Kreation in Wien! Seit 1910 kam das Stück in dieser Urfassung nicht mehr auf die Bretter. (...) Die Ballettpantomime verdient diese Wiederbelebung - und ihre Einordnung in die Pfingstwerkstatt "Neue Musik 2003", denn damals war es Neue Musik und einem heutigen Komponisten, dem 30jährigen Russen Anton Safronov, durchaus noch Vorbild.
Klaus Klingbeil, ddp


Frenetischer Jubel galt der in beiden Teilen leidenschaftlich aufspielenden Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns.
Märkischer Anzeiger, 11.06.2003

Darius Milhaud: "Pan et la Syrinx, Cantate"
Claude Debussy: "Prélude à l'après-midi d'un faune"
Januar 2003, Konzerthaus Berlin

Das Programm des Abends war schön zusammengestellt. (...) Besonders gelang dem Ensemble unter der Leitung von Jürgen Bruns die Leichtigkeit von Darius Milhauds kleiner Kantate "Pan et la Syrinx" op. 130. In den Bläserlinien tanzten die einfachsten tonalen Motive, ohne sich je zur thematischen Gestalt binden zu wollen, aber stets zur regelmäßigen Periode sich schließend. (...) Klug in der klanglichen Balance austariert auch Claude Debussys "Prélude à l'après-midi d'un faune.
Berliner Zeitung 1./2.02.2003

Brecht/ Weill: "Die sieben Todsünden"
Kurt-Weill-Fest 2001, Dessau

Die unter Jürgen Bruns spielende Kammersymphonie Berlin lässt keinen Zweifel an der Qualität von Weills Musik aufkommen, die noch sehr vom Songstil der bekannteren Opern profitiert und keinen langweiligen Takt beinhaltet.
Die Welt 13.03.2001


Getragen von der exzellent den Raum der Marienkirche füllenden Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns entfesselt Gregor Seyffert eine Tanzsprache, die (...) atemberaubende Momente modernen Tanztheaters vorführt.
Magdeburger Volksstimme 12.03.2001


Ebenfalls vom ersten Ton an hatte die Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns die richtige Stimmung getroffen, den Swing, die träge Laszivität, die Ergebung in die Verhältnisse und den Genuss daraus..
Opernwelt Mai 2001


Zugleich kann Waschinski mit wunderbar zarten Schwelltönen die hintergründige Trauer ausdrücken, die auch Jürgen Bruns mit der Kammersymphonie Berlin mittels betont langsamer Tempi über die besinnlicheren Passagen legt, fast eine barocke Passionsstimmung.
Der Tagesspiegel 11.03.2001

Siegfried Wagner: "Siegfriedidyll"
Robert Schumann: Klavierkonzert a-moll
Felix Mendelssohn Bartholdy: 4. Sinfonie "Italienische"
September 2000, Stadthalle Coesfeld

Begeisterter Applaus für Kammersymphonie Berlin und Pianist Vladimir Stoupel:
Es waren denn auch mit Mendelssohns Vierter und dem Klavierkonzert von Schumann große Brocken gewissermaßen, zu denen sich noch das nicht nur für Wagner-Liebhaber ungemein liebenswürdige Siegfried-Idyll gesellte.
In dieser Gruppierung nicht nur eine Verneigung vor dem Publikumsgeschmack, sondern mit Einleitung, Solistenkonzert und Sinfonien ein vom Dirigenten des Abends, Jürgen Bruns, gut strukturiertes Programm. Mit einer echten Idylle zum Beginn: beschauliche, in serenadenhaften, durchhörbaren Klängen mit fließenden Streicherkantilenen und aparter Bläserbesetzung erschien Wagners feingewebtes Wiegenlied, ein Stimmungsbild par excellence.
Und dann kam er, der geschätzte Pianist Vladimir Stoupel, freundlich lächelnd, und begann seinen Vortrag, das Klavierkonzert a-Moll von Robert Schumann. Mit explosiver Kraft griff er die Einleitungsakkorde, aber auch mit zarten Fingern die wunderschönen Passagen, der kultivierte Anschlag war gepaart mit rasender Kraft in Läufen und oktavierenden Doppelgriffen, eben forte und piano! Das belegte, ebenso wie im graziösen Intermezzo sowie im Schlussrondo mit seiner langen Coda, dass der Pianist seine technischen und gestalterischen Möglichkeiten voll einsetzte.
Das Orchester stand hinter dem nicht zurück. Wie in einer selbstverständlichen Partnerschaft erschien das eng verbundene Miteinander, das zu einem überaus gekonnten Gesamtvortrag führte. Da blieb eigentlich kein Wunsch offen, und da war sich der Saal einig: selten ein so überragendes Klavierkonzert gehört! (...)
Die behagliche Freude hielt an: die "Italienische" von Mendelssohn zeigte noch mal den ganz großen Einsatz des Orchesters, auch hier "mehr Sinfonie als Kammer" aber wiederum war die verschlankte Besetzung unmittelbarer Ausdruck. Die präzisen schnellen Passagen namentlich in den Streichern gelangen vorzüglich. Bei aller Weichheit: der Linien doch scharf gezeichnete Figuren, die einzelnen Klanggruppen dieser schönen A-Dur Sinfonie gut ausgewogen und durch den noch jungen Dirigenten zu einer ausgezeichneten Gesamtpräsentation geführt.
Allgemeine Zeitung Coesfeld 12.09.2000

Darius Milhaud: "La creation du monde"
März 2000, Konzerthaus Berlin

Darius Mihauds "La Création du Monde" war in ihrer Leuchtkraft die passende Ergänzung des Programms im Kleinen Saal des Schauspielhauses. (...) Farbige Effekte, überraschende Entwicklungen und doch ganz einfach große Musik, zumal wenn sie so geistessprühend und elektrisierend gespielt wird wie von der Berliner Kammersymphonie.
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 06.03.2000

Antonín Dvorak: "Tschechische Suite"
Dezember 1999, Konzerthaus Berlin

Exaktes Stilverständnis zeigten Jürgen Bruns und sein hervorragend disponiertes Ensemble auch für Dvoraks "Tscheschiche Suite". Das Nebeneinander intimer und sinfonischer Momente, die leisen Töne, tänzerischen Einschübe und temperamentgeladenen Aufschwünge, die typischen Farben - alle Ingredienzien sind vorhanden, erhielten ihren richtigen Stellenwert.
Berliner Morgenpost 28.12.1999

Schreker/Glanert: "Das Weib des Intaphernes"
Mahler/Schönberg/Riehn: "Das Lied von der Erde"
Juni 1999, Konzerthaus Berlin

Das ursprünglich für großes Orchester komponierte Werk zeigte auch in der Kammerfassung morbide Wirkung durch das vielfarbige Spiel der Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns. Die nahm darauf mit Mahlers (...) "Lied von der Erde" ein weiteres sinfonisches Großwerk unter die kammermusikalische Lupe. Beeindruckend, wie die Musiker in diesem Abgesang auf das irdische Dasein mit immer wieder aufblühendem Atem auf die Schönheit der Erde zurückblicken.
Der Tagesspiegel 08.06.1999