Arvo Pärt:
Cantus in memoriam Benjamin Britten | PURE PASSION: CHAMBER SYMPHONY IN THE KONZERTHAUS |
J.S. Bach/Ernst Toch: Präludium und Fuge (aus der Solosonate Nr. 3, transkribiert für Streichorchester) | HABT EINFÄLLE: DIE KAMMERSYMPHONIE SPIELT ERNST TOCH |
Felix Mendelssohn-Bartholdy: Sinfonie Nr. 12 in g-moll | Es spricht für das Orchester und die Plattenfirma, dass die Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns im Jahr 2008 erneut eine CD bei der Deutschen Grammophon (Universal) herausbringen konnte. Das Traditionslabel mit dem gelben Markenschild (...) lässt auch sperrigere Produktionen zu wie jene der Kammersymphonie mit Bühnenmusik von Kurt Hessenberg aus dem Jahr 1938 oder dem Saxofonkonzert des Schweden Lars-Erik Larsson von 1934. Andererseits hat die Kammersymphonie Berlin mit ihrem Mut zu ungewöhnlichem Repertoire und mit ihrer gestalterischen Hingabe längst Anerkennung und einen Kreis von kundigen Liebhabern gefunden: Beim Konzert am Sonntag im Kammermusiksaal der Philharmonie konnte man die einstige Politikerin Antje Vollmer, den Bariton Roman Trekel und den Intendanten der Komischen Oper Andreas Homoki im Publikum ausmachen. |
| Nach einer Einspielübung mit der Sinfonie Nr. 12 g- Moll des 200-jährigen Geburtstagskindes Felix Mendelssohn Bartholdy, ließ die Berliner Kammersymphonie quasi im Nachgang zum 100. Geburtstag von Lars-Erik Larsson (1908–1986) dessen Konzert für Saxophon und Streichorchester op. 14 erklingen, ein Werk, das Dirigent Jürgen Bruns mit dem Ensemble im Vorjahr auch für CD eingespielt hat. Hier wie dort exerzierte Frank Lunte den exzessiven Solopart des Altsaxophons in der frei tonalen, sich aber letztlich doch auf tonal sicheres Terrain zurückbegebenden Komposition des schwedischen Alban Berg-Schülers. |
| Das Orchester [spielt] nach der Pause Walter Braunfels’ Streichersymphonie op. 63 so, als ob alles bis dahin Erklungene nur Prélude war. Jürgen Bruns [formt] (...) Klänge und erzeugt mitreißende Kontraste zwischen klagender Polyphonie im zweiten und zornig-tänzerischen Kollektiven im dritten Satz. |
Hugo Wolf: "Verschwiegene Liebe" | Es war ein liebevoll aufeinander abgestimmtes Programm, das mit Hugo Wolfs hier quasi als Abend-Prolog dienendem Lied „Verschwiegene Liebe“ in der Orchestrierung Franz Schrekers begann, dessen zumindest in Kennerkreisen berühmter Kammersinfonie der gleich folgende Teil des Abends gewidmet war. |
Felix Mendelssohn Bartholdy: | The intelligent programming that characterises the festival was evident in Saturday night’s opening concert. Grieg’s oh-so-famous piano concerto could be horribly hackneyed. But not in the hands of the young Norwegian pianist Sigurd Slattebrekk, a refined and thoughtful performer who has spent long enough with Grieg’s own neglected recordings to be able to offer any number of surprising insights. Slattebrekk has just the right combination of introspection and charm to bring dignity to this music, coupled with a clean lack of sentimentality, a polished technique and an occasionally startling imagination. His playing is a treat. |
Edward Grieg: "Zwei elegische Melodien" | Dem Dirigenten Jürgen Bruns, Förderpreisträger der Musikakademie 2002, gelang es, seine Zuschauer durch einige spritzige Bemerkungen und nicht zuletzt durch seine Orchester- und Kammermusiker in den Bann zu ziehen. (...) Bruns verstand es, mit Ausschnitten aus Tchaikovskys Kinderalbum das Publikum in seine Kindheit zurückzuversetzen. Spätestens beim vermutlich bekanntesten Werk des Nachmittags, Mozarts kleine Nachtmusik, dürften nicht nur die Liebhaber klassischer Musik ins Träumen und Schwärmen gekommen sein. So war es auch nicht verwunderlich, dass jemand während der zahlreichen Beifallsstürme ein lautes Bravo ertönen ließ. |
Anton Safronov: "Chronos - Träume" (UA) | Großer Jubel brach bei der Premiere am Pfingstsonntag für eine starke Leistung des Ensembles, von Gastchoreographin Birgit Scherzer und der Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns los. Eine deutsche Erstaufführung 95 Jahre nach der ersten Kreation in Wien! Seit 1910 kam das Stück in dieser Urfassung nicht mehr auf die Bretter. (...) Die Ballettpantomime verdient diese Wiederbelebung - und ihre Einordnung in die Pfingstwerkstatt "Neue Musik 2003", denn damals war es Neue Musik und einem heutigen Komponisten, dem 30jährigen Russen Anton Safronov, durchaus noch Vorbild. |
Darius Milhaud: "Pan et la Syrinx, Cantate" | Das Programm des Abends war schön zusammengestellt. (...) Besonders gelang dem Ensemble unter der Leitung von Jürgen Bruns die Leichtigkeit von Darius Milhauds kleiner Kantate "Pan et la Syrinx" op. 130. In den Bläserlinien tanzten die einfachsten tonalen Motive, ohne sich je zur thematischen Gestalt binden zu wollen, aber stets zur regelmäßigen Periode sich schließend. (...) Klug in der klanglichen Balance austariert auch Claude Debussys "Prélude à l'après-midi d'un faune. |
Brecht/ Weill: "Die sieben Todsünden" | Die unter Jürgen Bruns spielende Kammersymphonie Berlin lässt keinen Zweifel an der Qualität von Weills Musik aufkommen, die noch sehr vom Songstil der bekannteren Opern profitiert und keinen langweiligen Takt beinhaltet. |
Siegfried Wagner: "Siegfriedidyll" | Begeisterter Applaus für Kammersymphonie Berlin und Pianist Vladimir Stoupel: |
Darius Milhaud: "La creation du monde" | Darius Mihauds "La Création du Monde" war in ihrer Leuchtkraft die passende Ergänzung des Programms im Kleinen Saal des Schauspielhauses. (...) Farbige Effekte, überraschende Entwicklungen und doch ganz einfach große Musik, zumal wenn sie so geistessprühend und elektrisierend gespielt wird wie von der Berliner Kammersymphonie. |
Antonín Dvorak: "Tschechische Suite" | Exaktes Stilverständnis zeigten Jürgen Bruns und sein hervorragend disponiertes Ensemble auch für Dvoraks "Tscheschiche Suite". Das Nebeneinander intimer und sinfonischer Momente, die leisen Töne, tänzerischen Einschübe und temperamentgeladenen Aufschwünge, die typischen Farben - alle Ingredienzien sind vorhanden, erhielten ihren richtigen Stellenwert. |
Schreker/Glanert: "Das Weib des Intaphernes" | Das ursprünglich für großes Orchester komponierte Werk zeigte auch in der Kammerfassung morbide Wirkung durch das vielfarbige Spiel der Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns. Die nahm darauf mit Mahlers (...) "Lied von der Erde" ein weiteres sinfonisches Großwerk unter die kammermusikalische Lupe. Beeindruckend, wie die Musiker in diesem Abgesang auf das irdische Dasein mit immer wieder aufblühendem Atem auf die Schönheit der Erde zurückblicken. |



